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Archive for the ‘3 Sterne’ Category

The Cardigans: Lovefool

April 15th, 2009

So richtig erfolgreich waren die Cardigans nie, so richtig erfolglos aber auch nicht. Sie sind für die internationale Musikszene, wenn der Vergleich erlaubt ist, das, was Bayer 04 Leverkusen für die Bundesliga ist. Immer dabei, doch immer hübsch unauffällig. Lovefool ist (zumindest) gefühlt der größte Hit der Cardigans. Er kam, wie das bei Wikipedia so schön steht, 1996 “fast in die britischen Top 20″. Egal: 1997 wurde das Lied für den Soundtrack von Luhrmanns “Romeo & Juliet” noch einmal veröffentlicht und kam fast auf Platz 1 der britischen Charts. Es ist ein nettes Stück über das selbstquälerische Potenzial der Liebe, über die Fähigkeit von Frauen, sehenden Auges ins Verderben zu rennen. “I don’t care if you really care as long as you don’t go.” Dazu kind of Easy-Listening-Tingeltangel, was bei weitem nicht so despektierlich gemeint ist, wie es sich anhört. Nett. Wirklich nett. Drei Sterne.

Andreas 3 Sterne, The Cardigans

Belle & Sebastian: We are the Sleepyheads

März 30th, 2009

Hu, für ein Lied morgens um neun ganz schön aufgedreht. Von wegen “Sleepyhead” - Schlafmütze. Das Badabadabadabadabadabadaba am Anfang klingt wie eine Karrikatur eines Gute-Laune-Senders mit den besten Hit aus den 60ern, 70ern und 80ern. Oder so. Dennoch - oder gerade deswegen: So richtig packt der mich nicht. Einige Zeilen vielleicht, solche wie: “The beauty of the moment is the beauty sadly lost …” Aber Belle & Sebastian können es besser. 3 Sterne.

Andreas 3 Sterne, Belle & Sebastian

Calexico: Point Vicente

März 27th, 2009

Der Point Vicente ist ein Leuchtturm, er steht in Parlos Verdes, nördlich von Los Angeles. Er wurde 1926 gebaut, nachdem unzählige Schiffe in der an Klippen offenbar recht reichen Gegend gesunken waren. Wie viele Seeleute dabei ihr Leben verloren weiß ich nicht, offenbar aber genug, dass sich Legenden um den Turm bildeten. Was zur Legendenbildung noch beitrug: Nach dem Zweiten Weltkrieg störten sich viele Anwohner am hellen rotierenden Lichtstrahl, der nachts durch ihre Schlafzimmer huschte. Deshalb strichen die Betreiber die Leuchtturm-Fenster auf der Landseite mit weißer Farbe. Das war die Geburtstunde der “Lady Of The Light”. Durch die gedimmten Scheiben glaubten die Anwohner die Umrisse einer Frau zu erkennen. Und fortan erzählte man sich Geschichten: Vom Geist der Frau des ersten Leuchtturmwärters, die an einem nebligen Tag von den steilen Klippen gestürzt war. In einer anderen Geschichte heißt es, die Frau warte auf einen Liebhaber, der auf See verschollen ist. Andere wiederum sagen, die Lady Of The Light sei der Schatten einer Frau, die sich aus Liebeskummer von den Klippen stürzte. Aus diesem Stoff ist dieser Song. Ganz smooth gespielt. 3 Sterne

Andreas 3 Sterne, Calexico

Adam Green: The Prince’s Bed

März 23rd, 2009

Adam Green und der Liebeskummer. Das ist natürlich kein rausgeheulter Herzschmerz. Eher ein ganz schön zynisches Verhältnis. Der Text von “The Prince’s Bed” scheint so hingerotzt, hat aber durchaus seine Momente. Die etwas überraschend kommende perspektivische Verdrehung am Anfang beispielsweise: “If there’s a heart inside your eye, If there’s a clock inside your head, If there’s a girl outside your bed. Put your face in my place.” Das Problem ist nämlich, dass es da eine Prinzessin gibt, bei der jeder mal darf, außer der Prinz. Also bleibt die Kiste des Prinzen leer. Und kalt. Klassischer Stoff. Dazu Tingeltangel der süßlichen Art. Ein durchschnittlicher Green. Äußerst wohlwollende 3 Sterne.

Andreas 3 Sterne, Adam Green

Lee Hazlewood & Nancy Sinatra: Sundown Sundown

März 19th, 2009

Groß, groß, groß. Der brummende Lee, die reizende Nancy. Ein Traumpaar. Bombastisches Orchester, große, große Show. Die 60er Jahre, das war noch was. Und wenn es nur Kitsch mit Niveau ist, wie hier. “Sundown Sundown”, eine Liebeserklärung. An einen Typen namens Sundown. In Amerika kann es einem passieren, dass man so heißt. Man findet nichts über den Song im Internet, aber wenn man eine Plattensammlung hat in der der Sampler “Total Lee” steht, kann man nachlesen, dass dies ein unvollendeter Song ist. Lee Hazlewood hat ihn nie fertig geschrieben. Er hat den Schluss irgendwie nicht hinbekommen, die letzte Strophe. Aber er mochte das Arrangement. Da da da da da da daaaa. Und jeder, dem er es vorspielte mochte das Arrangement. Also kam der Song mit auf die “Nancy & Lee”-Platte. Dafür 3 Sterne.

Andreas 3 Sterne, Lee Hazlewood, Nancy Sinatra